Rémi Kokabi12. Oktober 20268 Min. Lesezeit
So migrieren Sie 2026 von Regie.ai zu lemlist
So migrieren Sie von Regie.ai zu lemlist
Sales-Teams wechseln meist von Regie.ai, wenn ihre Outbound-Aktivitäten über das hinauswachsen, was die Plattform abdeckt. Regie.ai konzentriert sich ausschließlich auf Sales-Prospecting und Outreach. Marketing-Automatisierung, Account-based Advertising, vollwertige Conversation Intelligence, Revenue Operations oder eigenständige Datenanreicherung bietet es nicht. Wenn Sie also WhatsApp, SMS, eine eigene Lead-Datenbank und Deliverability-Tools an einem Ort wollen, kommt das Thema Migration schnell auf den Tisch.
Dieser Leitfaden deckt jeden Schritt des Wechsels ab: welche Daten Sie mitnehmen, welche Risiken Ihre Pipeline gefährden, wenn Sie sie ignorieren, und welche Funktionen Sie auf der anderen Seite gewinnen.
Warum Sales-Teams von Regie.ai zu lemlist wechseln
Mindestanzahl an Lizenzen und Jahresverträge schränken die Flexibilität ein
Die beiden öffentlich bepreisten Tarife sind AI SEP für 180 $ / Nutzer:in / Monat und Force Multiplier Rep für 499 $ / Nutzer:in / Monat, jeweils mit Jahresvertrag und Mindestanzahl an Lizenzen. Beim AI-SEP-Tarif sind mindestens 10 Lizenzen erforderlich (ca. 21.600 $ Jahresminimum), beim Force Multiplier Rep mindestens 5 (ca. 29.940 $ Jahresminimum).
Für ein fünfköpfiges SDR-Team ist das ein erhebliches Investment, bevor auch nur eine einzige E-Mail versendet wird. Der Multichannel-Expert-Tarif von lemlist kostet 87 $ / Nutzer:in / Monat bei jährlicher Abrechnung, ohne Mindestanzahl an Lizenzen, mit monatlicher Abrechnung und einer 14-tägigen kostenlosen Testphase ohne Kreditkarte.
KI-generierte Inhalte erfordern immer noch viel Nachbearbeitung
Das durchgängige Feedback von G2-Nutzenden: KI-generierte Inhalte klingen roboterhaft. Für eine Plattform, deren Wertversprechen auf KI-Content basiert, ist das ein echtes Problem. SDRs überarbeiten die meisten Outputs, bevor sie sie versenden.
lemlist verfolgt mit lemAgent einen anderen Ansatz: Sequenzen werden auf Basis geteilter Unternehmensinfos, Ihrer ICP-Definitionen und echter Lead-Daten erstellt, statt generischen Text zu erzeugen, der sich trotzdem wie ein Template liest.
Keine öffentliche API blockiert agentenbasierte Prozesse
Regie.ai bietet weder eine öffentliche API noch einen MCP-Server für individuelle Agenten-Workflows. Teams, die KI-native GTM-Stacks aufbauen oder die Intelligenz von Regie mit eigenen Tools verbinden wollen, stoßen auf eine harte Grenze. Das ist eine strukturelle Einschränkung, die RevOps- und GTM-Engineering-Teams besonders trifft.
lemlist bietet sowohl eine öffentliche API als auch einen MCP-Server. So können KI-Agenten wie Claude oder Cursor Outbound-Aufgaben (Lead-Suche, Enrichment, Kampagnenstart) direkt ausführen.
Begrenzte Kanalabdeckung über E-Mail, Telefon und LinkedIn hinaus
Die Multichannel-Sequenzen von Regie.ai decken E-Mail, LinkedIn und Telefon ab. Teams, die WhatsApp, SMS oder API-basierte Kanalschritte in ihren Kampagnen brauchen, stoßen an eine Grenze.
lemlist unterstützt E-Mail, LinkedIn, Anrufe, SMS und WhatsApp als native Kampagnenschritte, verwaltet in einem einzigen Sequenz-Builder und getrackt in einer Unified Inbox.
Was Sie aus Regie.ai exportieren können und was nicht
Bevor Sie irgendetwas verschieben: Klären Sie, welche Daten mitkommen und welche nicht.
Datentyp | Exportierbar? | Hinweise |
|---|---|---|
Kontakte und Leadlisten | Ja (CSV) | Export aus Regie.ai oder direkt aus Ihrem CRM |
Sequenz-Texte und Vorlagen | Nur manuelles Kopieren | Kein Massenexport; sichern Sie alles in einem geteilten Dokument, bevor Sie kündigen |
Kampagnen-Performance-Daten | Nein | Screenshots oder Reportexporte erstellen, solange Sie noch Zugang haben |
CRM-Aktivitätsprotokolle | Liegen in Ihrem CRM | Gesendete E-Mails, Antworten und Aufgaben bleiben in Salesforce/HubSpot erhalten |
Ihr CRM ist fast immer die sauberste Single Source of Truth. Alle Aktivitäten, die Regie.ai in Salesforce oder HubSpot geloggt hat, bleiben dort bestehen, egal welches Engagement-Tool Sie als nächstes anbinden.
Bei Sequenz-Texten ist Handarbeit nötig. Kopieren Sie jeden E-Mail-Schritt, jedes Call-Skript und jede LinkedIn-Nachricht in ein Google Doc. Es gibt keine Möglichkeit, Vorlagen in Regie.ai per Massenexport zu sichern, und nach Vertragsende verlieren Sie den Zugang.
So lassen sich Regie.ai-Funktionen auf lemlist übertragen
Bei der Evaluierung lautet die typische Frage: „Wo finde ich Funktion X in der neuen Plattform?" Hier die Kurzübersicht:
Regie.ai-Funktion | lemlist-Entsprechung |
|---|---|
AI Sequences | lemAgent + Campaign Builder |
Auto-Pilot SDR | Intent-Signale + automatisierte Kampagnen |
Content Generation | Smart Messaging mit KI-Variablen |
Parallel Dialer | In-App-Calling (native VoIP oder Aircall/Ringover) |
CRM Sync | Native HubSpot-, Salesforce- und Pipedrive-Integrationen |
Audience Builder | Lead-Datenbank (über 600 Mio. Kontakte, über 65 Mio. Unternehmen) |
Analytics Dashboard | Kampagnen-Analytics + Deliverability Hub |
Intent Prioritization | Intent-Signal-Agenten mit Echtzeit-Watchlist |
Ein wichtiger Unterschied: Regie.ai liefert Kontaktdaten über Integrationen mit Anbietern wie ZoomInfo, Cognism und 6sense, betreibt aber keine eigene B2B-Datenbank. Die Qualität Ihrer Prospecting-Daten hängt vollständig davon ab, welche Anbieter Sie anbinden. Die über 600 Mio. Kontakte umfassende Datenbank von lemlist und das Waterfall-Enrichment über mehr als 14 Anbieter liefern Ihnen eine zentrale Quelle für Lead-Suche und Verifizierung, ohne zusätzliche Datenanbieterverträge.
Schritt-für-Schritt-Migration von Regie.ai zu lemlist
1. Prüfen Sie Ihren Regie.ai-Account und dokumentieren Sie aktive Prozesse
Listen Sie jede aktive Sequenz, jedes Zielgruppensegment und jede verbundene Integration auf. Markieren Sie laufende Kampagnen, in denen sich Prospects noch mitten in einer Sequenz befinden (dazu kommen wir in einem späteren Abschnitt). Dieses Audit verhindert Datenverlust und abgebrochene Konversationen.
2. Kontakte und Sequenzdaten exportieren
Exportieren Sie Kontakt-CSVs aus Regie.ai oder direkt aus Ihrem CRM. Kopieren Sie alle Sequenzinhalte (E-Mail-Schritte, Call-Skripte, LinkedIn-Nachrichten) in ein geteiltes Dokument. Nutzen Sie die Export-Tabelle oben, damit Sie genau wissen, was sauber exportierbar ist und was manuelle Arbeit erfordert.
3. lemlist-Workspace einrichten und CRM verbinden
Erstellen Sie Ihren lemlist-Account, verbinden Sie Salesforce oder HubSpot unter Einstellungen > Integrationen, laden Sie Teammitglieder ein und legen Sie Berechtigungen fest. Gehen Sie in lemlist zu Einstellungen > Integrationen, suchen Sie Salesforce und klicken Sie auf Verbinden (siehe Leads aus Salesforce in lemlist importieren). Das Dashboard führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess, mit In-App-Chat-Support, falls Sie nicht weiterkommen.
4. Sendedomain konfigurieren und Warm-up mit lemwarm starten
Dieser Schritt ist wichtiger als alle anderen. Bei einem Plattformwechsel verlieren die meisten Teams beim Thema Deliverability an Boden. Verbinden oder kaufen Sie Ihre Sendedomain in lemlist. Die Plattform übernimmt die DNS-Authentifizierung automatisch. Aktivieren Sie dann lemwarm: Das Tool wärmt Ihre Postfächer auf, indem es echte E-Mails in kontrolliertem Tempo austauscht und so Ihre Absender-Reputation aufbaut, bevor Sie Live-Kampagnen versenden.
5. Leads per CSV importieren und Felder zuordnen
lemlist erwartet eine CSV-Datei, in der Zeile 1 die Spaltennamen enthält (email, firstName, companyName usw.) und ab Zeile 2 die Lead-Daten folgen, ein Lead pro Zeile. E-Mail ist die einzige Pflichtspalte. Wenn Ihre erste Zeile eine tatsächliche E-Mail-Adresse enthält, interpretiert lemlist sie als Spaltenname und überspringt diesen Lead (siehe lemlist-Anleitung zum Importieren von Leads aus einer CSV-Datei).
Beim Import ordnen Sie jede CSV-Spalte einer lemlist-Variable zu. Standardvariablen wie email, firstname, lastname, companyName, companyDomain, linkedinUrl, phone, picture und icebreaker werden automatisch zugeordnet, wenn die Namen exakt übereinstimmen. Benutzerdefinierte Spalten (z. B. „City" oder „Last Step Completed in Regie") werden als benutzerdefinierte Variablen übernommen.
6. Sequenzen mit lemAgent oder dem Campaign Builder neu aufbauen
Hier haben Sie zwei Wege. lemAgent lässt Sie Ihr Kampagnenziel in natürlicher Sprache beschreiben und generiert eine Multichannel-Sequenz mit Verzweigungslogik. Der Campaign Builder gibt Ihnen volle manuelle Kontrolle über jeden einzelnen Schritt.
In beiden Fällen fügen Sie hier E-Mail-, LinkedIn-, Anruf-, SMS- und WhatsApp-Schritte hinzu. Wenn Sie Ihre Regie.ai-Sequenztexte gesichert haben, fügen Sie sie in die entsprechenden Schritte ein und passen Sie die Personalisierungsvariablen an die lemlist-Syntax an (z. B. {{firstName}} statt des Tokens, das Regie.ai verwendet hat).
7. Testkampagne vor dem vollständigen Rollout durchführen
Senden Sie zuerst an ein kleines Segment. Nutzen Sie den Inbox-Placement-Test im Deliverability Hub, um sicherzustellen, dass E-Mails im primären Posteingang landen und nicht im Spam. Prüfen Sie, ob die CRM-Synchronisierung Aktivitäten korrekt loggt. Erst wenn diese Checks bestanden sind, skalieren Sie auf volles Volumen.
Deliverability-Risiken und wie Sie Ihre Absender-Reputation beim Wechsel schützen
Die Absender-Reputation liegt auf Domain- und IP-Ebene, nicht in der Software. Ein Plattformwechsel setzt Ihre Reputation nicht zurück, aber eine Fehlkonfiguration des neuen Tools kann sie schnell beschädigen.
Neue Sendeinfrastruktur aufwärmen. Wenn Sie in lemlist neue Postfächer oder Domains hinzufügen, brauchen diese ein Warm-up vor dem Live-Versand. lemwarm automatisiert das, indem es echte E-Mails mit einem Netzwerk realer Postfächer in kontrolliertem Tempo austauscht. Planen Sie ca. einen Monat ein (2-3 Wochen Ramp-up, dann 2 Wochen Stabilisierung), bevor Sie Outbound-Kampagnen über ein neues Postfach versenden.
Plötzliche Volumeneinbrüche oder -spitzen vermeiden. Inbox-Provider (Gmail, Microsoft) reagieren auf abrupte Änderungen im Sendeverhalten. Wenn Sie am Freitag alle Sends in Regie.ai pausieren und am Montag über lemlist mit voller Kraft senden, riskieren Sie Spam-Einstufungen. Der sicherere Weg: lemlist-Volumen schrittweise hochfahren, während Regie.ai-Kampagnen auslaufen.
Inbox-Placement-Tests vor dem Go-live durchführen. Der Deliverability Hub sendet Test-E-Mails an echte Adressen bei Google, Microsoft und anderen Anbietern, damit Sie genau sehen, wo Nachrichten landen (primärer Posteingang, Promotions, Spam), bevor auch nur eine einzige Prospect-E-Mail rausgeht. Das ist Ihr letztes Gate vor dem Launch.
Tipp: Halten Sie das tägliche Sendevolumen während der Übergangsphase auf beiden Plattformen konstant. Ein plötzlicher Rückgang von 50 % auf einer Domain und ein 50 %-Anstieg auf einer anderen wirkt auf Inbox-Provider verdächtig.
Umgang mit laufenden Kampagnen und aktiven Prospects
Sie haben zwei saubere Optionen:
Aktive Sequenzen in Regie.ai zu Ende laufen lassen, bevor Sie diese Kontakte zu lemlist verschieben. So vermeiden Sie doppelte Ansprache oder unterbrochene Antwort-Threads.
Mitten in der Sequenz migrieren, indem Sie Kontakte mit ihrem letzten abgeschlossenen Schritt taggen und sie am richtigen Punkt in die neue lemlist-Sequenz einfügen. Kontakte, die sich mitten in einer Sequenz befinden, können Sie entweder unterdrücken, bis die ursprüngliche Sequenz natürlich endet, oder den letzten Schritt notieren und sie beim nächsten logischen Schritt in der neuen Plattform aufnehmen.
In beiden Fällen: Verbinden Sie Ihr Sendepostfach mit der Unified Inbox von lemlist, damit Antworten von Prospects, die ursprünglich über Regie.ai kontaktiert wurden, weiterhin erfasst werden, wenn das Postfach jetzt in lemlist aktiv ist.
Was lemlist bietet, was Regie.ai nicht hat
Über 600 Mio. Kontakte umfassende Lead-Datenbank mit Waterfall-Enrichment. Regie.ai hat einen Audience Builder, aber die über 220 Mio. Kontakte stammen aus einem Partner-Enrichment-Waterfall, der Anfragen an mehrere Anbieter weiterleitet. Die Zahl von über 220 Mio. spiegelt die kombinierten Partnerquellen wider, keine von Regie gepflegte Datenbank. Die proprietäre Datenbank von lemlist ermöglicht es Ihnen, Leads zu finden, anzureichern und direkt in Kampagnen zu überführen, ohne separate Datenanbieterverträge. Waterfall-Enrichment fragt über 14 Anbieter ab, für höhere Abdeckung bei E-Mails und Telefonnummern.
WhatsApp und SMS als native Kampagnenkanäle. Das sind vollständig integrierte Kampagnenschritte in lemlist, keine Workarounds oder Drittanbieter-Add-ons. Sie können ein WhatsApp-Follow-up nach einem verpassten Anruf oder eine SMS-Erinnerung vor dem Meeting senden, alles innerhalb derselben Sequenz.
Integriertes Deliverability-Monitoring und Inbox-Placement-Tests. Regie.ai verlässt sich auf die E-Mail-Infrastruktur der Nutzenden, ohne eigene Deliverability-Tools anzubieten. Der Deliverability Hub von lemlist umfasst Warm-up (lemwarm), Inbox-Rotation, Inbox-Placement-Tests, Bounce-Monitoring und proaktive Alerts, alles zentral in einem Dashboard.
API- und MCP-Zugang für agentenbasierte Outbound-Prozesse. Der MCP-Server von lemlist stellt über 40 Aktionen (Lead-Suche, Enrichment, Kampagnenstart, Analytics) für KI-Agenten bereit. Für Teams, die promptgesteuerte Outbound-Abläufe aufbauen, ist das eine Infrastruktur, die Regie.ai schlicht nicht bietet.
Ihre ersten 14 Tage nach der Migration zu lemlist
So strukturieren Sie die Übergangsphase, damit nichts untergeht:
Tag 1-3: Workspace-Setup abschließen, alle Postfächer verbinden, lemwarm für jedes Sendekonto aktivieren
Tag 4-7: Verbleibende Leads importieren, wichtigste Sequenzen neu aufbauen, Inbox-Placement-Tests durchführen
Tag 8-10: Erste Live-Kampagnen an ein kleines Segment senden, Öffnungs- und Antwortraten im Deliverability Hub beobachten
Tag 11-14: Volumen schrittweise hochfahren, Kampagnen-Analytics prüfen, Sequenzen auf Basis erster Performance-Daten anpassen
Am Ende der zweiten Woche kann Ihre gesamte Outbound-Maschinerie (E-Mail, LinkedIn, Anrufe, SMS, WhatsApp) über eine einzige Plattform laufen, mit klarer Sicht auf Deliverability, Engagement und Pipeline.
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